Für einen ech­ten Sky­walk

Wan­der­tour in NRW

Es ist ein eis­kal­ter Tag und nach ver­dammt viel Regen lacht uns heute end­lich mal wie­der die Sonne an. Also raus aus dem Haus, sonst wach­sen wir noch am Sofa fest! Ge­plant ist eine or­dent­li­che Her­aus­for­de­rung für die ganze Fa­mi­lie, näm­lich eine fast elf Ki­lo­me­ter lange Wan­de­rung im Sau­er­land. Sie führt uns vom Bahn­hof At­ten­dorn zur Atta-​Höhle, zur Burg Schnel­len­berg und zum Sky­walk an der Big­ge­tal­sper­re.

Be­schrei­bung der Wan­der­tour

Dick ein­ge­mum­melt star­ten wir am Bahn­hof At­ten­dorn. Unser ers­ter Stopp, die Atta-​Höhle, ist gut aus­ge­schil­dert. Ein Be­such der „Kö­ni­gin der Tropf­stein­höh­len“ ist ab­so­lut spek­ta­ku­lär. Ent­deckt wurde die Höhle 1907 durch einen Zu­fall, näm­lich bei Stein­bruch­ar­bei­ten. Wir pro­bie­ren sogar den ori­gi­nal Atta-​Käse. Den gibt es wirk­lich! In der Tiefe ge­reift, schmeckt er uns Er­wach­se­nen gut, den Kin­dern eher … naja. Wir lau­fen vor­bei an den Au-​Wiesen des Flüss­chens Bigge. Durch den Wald geht es hoch zur ma­jes­tä­ti­schen Burg Schnel­len­berg, die auch ein lu­xu­riö­ses Hotel und Re­stau­rant be­her­bergt. Wir vier hät­ten alle nichts da­ge­gen, mal ein paar Tage wie ein Rit­ter zu woh­nen und die Burg-​Wellness zu ge­nie­ßen. Statt­des­sen fut­tern wir unser mit­ge­brach­tes Ba­na­nen­brot mit Burg­blick und schau­en amü­siert zu, wie sich Gänse und Enten im Burg­gra­ben auf­ge­regt um die zu­ge­wor­fe­nen Kru­men kab­beln.

Tram­pel­pfad und Sky­walk

Der Weg führt ein Stück die Stra­ße hoch und dann rechts über einen klei­nen Tram­pel­pfad zum Son­nen­wend­platz, von wo man einen wei­ten Blick über ganz At­ten­dorn hat. Wir über­que­ren die Haupt­stra­ße und wan­dern auf einem Mountainbike-​Trail wei­ter über Wie­sen und durch den Wald zur Hu­ber­tus­hüt­te, an der man auch schön eine klei­ne Rast ein­le­gen kann. Schnee liegt zwar ge­ra­de nicht, aber da es bit­ter­kalt ist, schlid­dern wir das eine oder an­de­re Mal über zu ge­fro­re­ne Pfüt­zen. Der Weg ist auf jeden Fall her­aus­for­dernd und wir hal­ten die etwas müde wer­den­den Kin­der mit Scho­ko­la­de und flot­ten El­tern­sprü­chen bei Laune. Ange kom­men am Biggesee-​Campingplatz, sind es dann auch nur noch 500 Meter bis zum Sky­walk. Der halbe Ki­lo­me­ter hat es al­ler­dings in sich, denn der Weg führt steil hin­auf durch den hüb­schen Wald. Oben an­ge­kom­men wer­den wir mit einem tol­len Aus­blick über die Big­ge­tal­sper­re be­lohnt. Den auf­re­gen­den Sky­walk, eine 90 Meter hohe Stahl­platt­form, kom­men­tiert Soh­ne­mann mit: „Echt big, der Blick!“ Recht hat er. Di­rekt an der Aus­sichts­platt­form liegt die SGV-​Hütte: Wir freu­en uns über Kaf­fee und Ku­chen und die Kin­der über den Spiel­platz.

Rutsch­par­ty und flie­gen­de MTB

Dann geht es auf zum End­spurt. Der 3,5 Ki­lo­me­ter lange Rück­weg ins Zen­trum von At­ten­dorn ist aus­ge­schil­dert. Da der stei­le Weg je­doch rut­schig ist, set­zen wir uns alle der Reihe nach auf den Ho­sen­bo­den. Zum Glück ist nichts pas­siert und wir schau­en noch stau­nend ein paar Moun­tain­bi­ker*innen zu, die förm­lich durch den Wald flie­gen. Die letz­ten Ki­lo­me­ter sind asphal­tiert und wir lau­fen immer ent­lang der wil­den Bigge zu­rück zum Bahn­hof. Wir sind k. o., aber happy. Das war mal eine Lüf­tung und For­de­rung un­se­rer ein­ge­ros­te­ten Kno­chen.

Nicht ver­pas­sen!

Man kann die Wan­de­rung auch ganz wun­der­bar genau an­ders­her­um ma­chen und z. B. mor­gens mit dem Sky­walk be­gin­nen, wenn er noch nicht so über­füllt ist. Dann ist auch das Licht für Fotos rich­tig gut. Wie die Rit­ter zu ta­feln, das geht super in der Burg Schnel­len­berg. Und den Tag aus­klin­gen las­sen kann man rich­tig toll und aben­teu­er­lich mit einem Be­such des Na­tur­wun­ders Atta-​Höhle.

Wich­ti­ge Info:

Der Tram­pel­pfad von der Burg Schnel­len­berg hoch zum Son­nen­wen­de­platz liegt zur rech­ten Hand an der Haupt­stra­ße.

Re­gi­on:
Sau­er­land
Stre­cke:
11 km (Hö­hen­un­ter­schied: 358 m)
Dauer:
3,5-4,5 Stun­den
Schwie­rig­keits­grad:
mit­tel
We­ge­mar­kie­rung:
keine
Bahn­hof At­ten­dorn

57439 At­ten­dorn
Tei­len