Mobilitätspreis.NRW 2024: Bürgerbus Lüdinghausen gewinnt

Das ehrenamtliche Engagement des besonderen On-Demand-Konzepts wird geehrt. 40 Prozent aller Stimmen gingen an den Bürgerbus Lüdinghausen.

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Im Dezember 2024 fand unter dem Motto „Mobilität besser machen“ der Mobilitätstag NRW im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr in Düsseldorf statt. Nach zahlreichen Diskussionen und Vorträgen war das abschließende Highlight des Mobilitätstages die Verleihung des Mobilitätspreis.NRW. Die Freude war bei allen riesengroß, als die Moderatorin Catherine Vogel gemeinsam mit Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW, verkündete: „Platz 1 für den Mobilitätspreis 2024 geht nach Lüdinghausen zum Bürgerbus!“ 

 

Das ist der Mobilitätspreis

 

• Als Teil des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW setzt sich das Bündnis für Mobilität mit mehr als 130 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verkehrsbranche und Verbänden für zukunftsfähige Mobilität ein.
• Zur Anerkennung und Ehrung vergibt das Bündnis für Mobilität den Preis auf dem Mobilitätstag NRW am Jahresende an die innovativsten Mobilitätslösungen aus und für NRW.
• Alle Einzelpersonen, Initiativen, Verbände oder Gruppen, die die Mobilität voranbringen oder Ideen und Impulse für intelligente Mobilitätslösungen geben, konnten sich für den Preis bewerben.
• Die Fachjury aus Expert*innen verschiedener Fachbereiche bewertete die Projekte und bestimmte fünf Finalprojekte, für die alle Bürger*innen über das Online-Voting abstimmen konnten.
• Die ersten drei Plätze erhielten ein Preisgeld, das in die Projekte reinvestiert wird. Der erste Platz bekam 15.000 Euro.
 

Das Siegerprojekt: Bürgerbus Lüdinghausen 

Der Bürgerbus Lüdinghausen ist zurecht der Gewinner des Mobilitätspreis.NRW 2024. Denn es ist ein Projekt, bei dem der Mensch und seine individuellen Bedürfnisse an den Nahverkehr im Vordergrund stehen. Die Buchung ist ganz einfach: Per App, Internet oder Telefon können die Mitfahrenden die gewünschte Abfahrtszeit und den Ort bestimmen und auch, mit wie vielen Personen sie fahren möchten. Wenn Hilfsmittel mitgeführt werden, helfen die Fahrer*innen natürlich beim Ein- und Aussteigen. Durch das On-Demand-Konzept wird die Mobilität im ländlichen Raum zuverlässiger.

„Ich glaube, dass wir den Schritt gewagt haben, mehr auf die Menschen zuzugehen“, antwortet Thaddäus Wichmann, Vorsitzender des Bürgerbusvereins Lüdinghausen, auf die Frage, was das Erfolgsrezept des Projekts sei. Und das Projekt trägt Früchte: Seitdem der Bürgerbus Lüdinghausen seinen Blick auch auf die Gruppe der Berufspendler*innen richtet, zeigt sich auch in Zahlen, wie gut der Bürgerbus gebucht wird – und zwar mehr als 1.300 Mal monatlich
Mit dem Preisgeld möchte das Projekt in seine App investieren und um künstliche Intelligenz erweitern, sodass die Buchung in Zukunft noch einfacher wird, zum Beispiel per Sprachnachricht. Thaddäus Wichmann ist euphorisch und motiviert: „Wir sind hier noch nicht am Ende!“ 
 

 

Fakten
  • Bis zu 70 Fahrgäste pro Tag
  • Nur 135 zurückgelegte Kilometer dank clever zusammengelegter Fahrten
  • Einsparung von 5 Tonnen CO2
  • Buchen kann man den Bürgerbus per Internet, App oder telefonisch.  
  • Die neue kommit!-App bringt viele Vorteile mit sich, wodurch es unter anderem zu einer effektiveren Fahrzeugauslastung und einem Zeitgewinn für die Fahrgäste kommt.
     

„Unsere 360-Grad-Lösung bietet insbesondere mobilitätseingeschränkten Menschen die Teilnahme am sozialen Leben. Berufspendlern dagegen bieten wir die verlässliche und pünktliche Lösungsmöglichkeit, den Bus und die Bahn erreichen zu können […].“ 

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Thaddäus Wichmann Vorsitzender des Bürgerbusvereins Lüdinghausen

Die Bürgerbusse NRW 

Die ehrenamtlich betriebenen Bürgerbusse in NRW kommen zum Einsatz, wenn der ÖPNV an seine Grenzen kommt. Dabei sind sie viel mehr als nur Lückenfüller. Bei den Bürgerbussen handelt es sich nicht um On-Demand-Shuttles. Eine Konkurrenz oder Alternative zum Bus- und Bahnverkehr sind sie ebenso nicht: Ihre Einsatzgebiete liegen in den Lücken des regulären ÖPNV. Dabei fahren die Busse entlang festgelegter Linien und definierter Haltepunkte. Gefördert werden die Bürgerbusprojekte durch das Land NRW. Die über 3.200 aktiven ehrenamtlichen Fahrer*innen der 150 Vereine in NRW legen jährlich 6 Millionen Kilometer zurück, um rund 1,5 Millionen Fahrgäste an ihr Ziel zu bringen – getreu dem Motto „Niemand bleibt auf der Strecke“.

Bürgerbus fährt gratis zu Wahllokalen 

Um insbesondere älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen die Teilnahme an der Wahl und der aktiven Mitgestaltung der Gesellschaft zu ermöglichen, dürfen die Bürgerbusse laut Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW unter bestimmten Voraussetzungen Fahrten zu Wahllokalen organisieren.